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CESARE CRUGNI
von Pius Piazolo
Wie wichtig ist Cesare Crugni?
Die Antwort kommt schnell. Sie sagt aus, daß sein Streben nicht nach Zerteilung der Welt ausgerichtet ist. Für ihn hat es große Bedeutung, den Zusammenhalt der Welt zu erfragen.
Diese Diskussion über Bindekräfte ist freilich sehr wichtig! Genau dieser Inhalt ist die qualität des Lebenswerkes von CESARE CRUGNI.
Dem Bildhauer hilft die angeborene Einfachheit um seine Bildekräfte wirksam zu formen.
Die qualitative Einzigartigkeit seines Idioms läßt ahnen, daß die philosophische Neigung des Künstlers die Gußform des Werkes bestimmt.
Wenn man nun gleich zu Beginn das Prinzip „PARS PRO TOTO” hervorhebt, kann man leichter in die Spur dieser schöpferischen Wirklichkeit eintreten.
Beim PARS PRO TOTO steht der Teil für das Ganze, enthält das Ganze. Will man das beispielhaft erklären und nimmt hierzu einen Tropfen Wasser. Man könnte dann folgern, der Tropfen mag wohl wissen, daß er im Meer ist, umgekehrt wird das Verständnis schon schwieriger, daß das Meer ein Tropfen ist.
So erklärt das auch CESARE CRUGNI
„der Mensch mag schon wissen, daß er sich im Universum befindet. Aber nur selten weiß er eben doch auch, daß das Universum in ihm ist. CESARE CRUGNI weiß das sehr wohl.
Er antwortet überzeugend: „Praticamente, io sono l'universo! ”
In die Wirklichkeit umgesetzt, ist das bei ihm dann zunächst einmal ein Block edelster weißer Carrara-Marmor.
Hierzu muß man dann weiter ausholen. Man kann sagen, der Bildhauer Cesare Crugni hat die große Fähigkeit, den Aggregatzustand dieser Stofflichkeit zu erahnen. In dieser gnadenvollen Begabung gelingt es dem Bildhauer wohlbemerkt die Innerlichkeit dieses Materials und nicht die äußere Form zu bearbeiten. Hier wirkt er dann, um die Einheit von Mikrokosmos und Makrokosmos zu entschlüsseln.
Es ist freilich die Tat des Genies.
Zunächst schätzt es der Künstler, daß auch im Marmor die Atome schwingen.
Der Künstler hat also eine Spur, die er aufnehmen will. Es geht ihm darum, dieses Schwingungsprinzip in die Sichtbarkeit umzusetzen, in ein Muster einer dementsprechenden Tanzchoreografie.
Aber genau das geht gar nicht. Er muß also einen Trick anwenden.
Will man nun dieses Streben näher erklären, muß man feststellen: Der Künstler beginnt nun in den Marmor einzudringen, ganz ähnlich wie auch Bohrmuscheln in den Stein eindringen...
Aber ganz so einfach ist das eben nicht, denn er will ja das tänzerische Sein sichtbar machen.
Es trifft zwar die Absicht, denn es muß ein Zugang zu einer Öffnung gefunden werden, die der Künstler aber erst erspüren muß. Gefragt sind also die Geheimnisse des Aggregatzustandes.
Es geht also nicht um die Durchlöcherung des Materials. Genau anders herum, es geht um die Formgestalt der Schwingungsbahnen, so erschafft der Künstler im Innersten des Marmorblocks einen Hohlraum - vielleicht vergleichbar mit einer Tropfsteinhöhle. Aber nun geht der Künstler her. Er läßt diese Spuren der Schwingungsbahn gleichsam vereisen.
Im Klartext bedeutet dies eine Formgebung von Verstrebungen, Verästelungen und Knotenpunkten.
Der Künstler macht aus dem Schwingungsmuster ein Fachwerk, so daß hier keine Gefügestruktur entsteht, die auch die früheren Dombaumeister erforschten. Natürlich in ganz anderen Dimensionen.
Dieses Bildhauerwirken ermöglicht es dann unter bestimmten Voraussetzungen, den Spielverlauf der Atomschwingungsstrukturen herauszulesen.
Aber was eben erst dann gesehen werden kann, ist das Ding, was CESARE CRUGNI vorstellt.
CESARE CRUGNI nutzt die Wanderung des natürlichen Lichtes.
Das geht deswegen, weil die Bearbeitung des Marmors in unterschiedlichen Stärken erfolgt.
Jenes harmonische Anordnungsprinzip hat dann eine vielfàltige Transparenz, so daß Spektralwirkungen entstehen, die an ein Kaleidoskop erinnern.
Hier ist dann Cesare Crugni am Ziel angelangt.
Die Verlebendigung der Choreografie ist die intelligente Einstimmung in die schöpferischeWirklichkeit.
Das Ereignis, das man hier erleben kann, ist die Sichtbarkeit des Bewegungsablaufes eines Teils des Weltgefüges.
Die Sichtbarmachung dieses Manifestierungsprinzips geht nur, weil von dem Künstler in einem weißen Marmorblock eine, in Verstrebungen ausgelegte Hohlform eingearbeitet wird.
Diese Musterform, die nicht nur ein mannigfaltiges Ordnungsprinzip erkennen läßt, sondern eben auch ein Lichtspiel freilegt, ist ein Manifest der Himmelsmechanik.
Ursymbole des lebendigen Weltgefüges erschafft der Bildhauer Cesare Crugni - weil er eben ein Genie ist.
Wer hätte solch einen Zusammenhang für möglich gehalten?
Jeder der Konzentrationspunkte des Musters ist sein eigener Mittelpunkt bei diesem
geheimnisvollen Tanz um die geheimnisvolle Mitte.
Dank der Erschaffung von CESARE GRUGNI kann man hier die elementaren Grundmuster erleben, um die sich die Wirklichkeit dreht. Vom Atomaren aus gelangen wir durch die Welten der Moleküle und Zellen bis zum Menschen hin und darüber hinaus bis zu Erde und Universum.
Wie wichtig
also ist
CESARE CRUGNI?
Unbestritten:
Sehr wichtig
Alles was wir draußen in der Welt finden
ist auch in uns und umgekehrt
Aber man sollte sich grundsätzlich bemühen, den
umfassenden Ergänzungszusammenhang zu meistern.
Dieses Verständnis strahlt CESARE CRUGNI aus:.
"...Praticamente
io sono
l'universo!”
So sagt er!
Schlußsatz:
Das Bemühen
des Künstlers
Macht
Sinn!
Bekanntlich nutzt aber die heutige Dienstleistungsstruktur fast ausschließlich die Taktung
des Datentransfers. So ist das wirklich!
Man muß sich das vergegenwärtigen!
Das heißt im Klartext:
"Die Zergliederung
ist Alltag!"
Dennoch,
der Mensch
und die Welt sind eins,
wenn der Mensch
auf dem Weg
zum Menschen ist!
So heißt
die Botschaft
Cervo im Juni 2001
Pius Piazolo